Tiefe Un(d)Ruhe

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Zu tiefst im Wald muss ich meine Wege geh’n,

zu tiefst in der Welt meine Wege steh’n,

 am Himmel kann ich meine Wege seh’n.

 

 

ein weiterer Beitrag zum Thema in Englisch: Spiritual Restlessness

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The Gospel of Wealth

Verses 1-4; Translated from Neoliberal

was für eine Schweinerei!
Those who are fine!
dene wos ned guet geit

giengs besser

giengs dene besser

wos scho lang guet geit

those who fare badly

would be better off

would those fare better

that for long had been doing fine Continue reading “The Gospel of Wealth”

Wohlstands-Evangelium

Verse 1-4; Übersetzt aus dem Neoliberalen

was für eine Schweinerei!
Dene wos guet geit!
dene wos ned guet geit

giengs besser

giengs dene besser

wos scho lang guet geit

jenen, denen es nicht so gut geht,

ginge es besser

würde es denen besser gehen

denen es schon lange gut geht Continue reading “Wohlstands-Evangelium”

Entschleunigt Leben

Living at a slower pace

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Grüsse aus Tenna, das seit heute Nachmittag wegen grosser Lawinengefahr von der grossen weiten Welt abgeschnitten ist!

Schon vor ein paar Tagen habe ich diese Bild geknipst und mir gedacht, dass die grossen Schneefälle den Einheimischen und den Gästen die Gelegenheit geben, es ruhiger und gemütlicher zu nehmen. Nun brauchen wir uns definitiv keine Gedanken zu machen über Termine und Verpflichtungen da draussen…

Greetings from Tenna! As of this afternoon we have no road connection to the outside world due to the high avalanche danger.

A couple of days ago I took the above picture, thinking that these heavy snowfalls give the villagers and guests the opportunity to take it easy and more relaxed. Now, there is absolutely no need anymore to worry about appointments and commitments in the “outer world”…

Update:

 

 

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Safierstrasse – our highway…, 4. Januar 2018 (photo credit: Thomas Buchli)

Update 2: Nach dem Sturm – after the storm!

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“Vollmond” in eisiger Nacht – A full moon over frozen ground (January 5th, 2018)

A sign from the closet

A silent witness

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Today, I rediscovered a little label in my closet. “O. A.” That signifies me. That piece of clothing belongs to me.

However, I didn’t get excited about the possession. Having things and defending ownership is meaningless for me. This little label comes from a time, when my mother used to label the clothing of all siblings – not only to avoid having them mixed up among them, but also – as they started to leave the nest – as  a reminder to take care of things out there in a world that does not provide the sheltering and protecting environment home offers.

Today, this little label has a different meaning. I left home for the world in 1979. I have been moving around. This insulating layer has moved along ever since. It has protected me from climatic inconveniences for many years under various circumstances.

As far as I am aware, it is the last piece of clothing from my youth that still serves its purpose. It has survived all consumerist trends. I will continue to honour it as a silent witness against wasteful lifestyles.

Ein Zeichen im Kleiderschrank

Ein stiller Zeuge

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Heute habe ich im Kleiderschrank ein kleines Namensschild wieder entdeckt. “O. A.” Das sind meine Initialen. Das Kleidungsstück gehört mir.

Doch, Besitz erregt mich nicht: Das Haben von Dingen und die Verteidigung von Besitzstand ist bedeutungslos für mich. Dieses Namensschild kommt aus einer Zeit in der meine Mutter die Kleider aller Geschwister markierte: nicht nur um Verwechslungen untereinander zu vermeiden, sondern auch um daran zu erinnern, dazu Sorge zu tragen als wir nach und nach in die grosse weite Welt auszogen, die im Vergleich zum Zuhause dann nicht mehr eine behütete Umgebung bieten würde.

Heute hat das Namensschild für mich eine ganz andere Bedeutung. Ich bin 1979 von Zuhause aus gezogen. Und ich bin in der Welt herum gekommen. Das Wollhemd ist mir seither gefolgt. Es hat mich in verschiedenen Umständen vor unangenehmen klimatischen Einflüssen geschützt.

Soweit ich weiss, ist dies das letzte Kleidungsstück aus meiner Jugend das heute noch nützlich ist. Es hat alle Konsumströmungen überlebt. Ich will es als stiller Zeuge gegen verschwenderische Lebensentwürfe weiter in Ehren halten.

 

Dreams go on…

Träume die bleiben…

Dieses Video portraitiert ein Ort und Leute die einen wichtigen Bezug zu meinem Lebenslauf darstellen. Wir zogen damals aus, um genau diese Farm weiter zu führen, um einen Lebensstil wie diesen zu pflegen. Danke an Dale und Sue, Dick und die viele anderen, die den Traum bis heute weiter führen. Danke an Naomi für das Festhalten dieses Lebens in Bild und Ton.

This video shows a place and people that have an important connection to my own biography. We left the Old World years ago to continue on exactly this farm and to live this kind of life style. Thank you to Dale and Sue, to Dick and the many others involved, for keeping the dream alive. Thanks to Naomi for capturing the beauty and the spirit of the place in video.

 

Psalm 119 – a plain Quaker version

Für Quäker – kurz und bündig

An Eye in the Sky
Dramatische Stimmung im Safiental. – Dramatic mood in the Safien Valley
"God -

let me be silent more clearly,

since I am not hearing well."

inspired by Psalm 119 “Happy are those whose way is perfect ”

(Own translation from a vocal ministry during Meeting for Worship at SYM retreat at Montmirail, Switzerland, February 12, 2017)

"Gott,

lass mich deutlicher schweigen,

denn ich höre nicht gut."

Frei nach Psalm 119: “Die Herrlichkeit des Wortes Gottes”

(Wortbeitrag während einer Quäkerandacht anlässlich der SYM Retraite in Montmirail am 12. Februar 2017)

Askese

eremoBei der Askese, wie auch bei der freiwilligen Armut, geht es nicht um den schmerzhaften Verzicht oder beabsichtigtes Leiden, sondern einfach um eine Haltung des Schaffens von Raum für das Wesentliche.

Asceticism

Asceticism, as well as voluntary poverty, are not about painful relinquishment or intentional suffering, but simply about an attitude of creating space for the essential.

Aus den Augen – aus dem Sinn?

Wenn Müll ein Licht leuchten lässt.

Dreimal im Jahr muss ich anerkennen, dass es auch mir nicht gelingt ohne Abfall zu leben.

For an English version, read here: Environmental Walk of Shame

So sehr ich es versuche, muss ich gelegentlich einen Sack mit Materialien wegwerfen, die ich weder vermeiden, noch wieder verwenden, noch reziklieren kann.

Um mir bewusster zu werden, was für einen Einfluss mein Lebensstil hat auf die Umwelt, versuchte ich meinem eigenen Abfall zu folgen, und zwar von der Quelle (das bin ich selber) bis zum Meer (was ich nicht hoffe!) Continue reading “Aus den Augen – aus dem Sinn?”

Foodwaste – à la mode! (+de)

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This is the season! Helping out at the store brings me a reminder how wasteful our food industry and our consumption habits are. Every day, I am mandated to waste perfectly good food items: Either the best before date has expired, or the perfect look has changed, or because the turn over is not swift enough according to company policy.

Today, I rescued a pre-rolled pie crust and a bag of apples from being thrown in the garbage and being disposed off as fuel in the waste-to-power plant. And here is the perfect outcome:

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Swiss Apple Pie, a tart spiced with cinnamon and cardamom from the market in Teheran (Shukr شكر  Laleh!), currants, a little bit of Jacutinga cane sugar, and a filling made from eggs and goat milk from the farm. What an alternative to throwing things in the garbage!

Ever wondered what happens to our garbage? Read Here: Environmental walk of shame

Frohe Festtage! Als Aushilfe im Dorfladen werde ich damit konfrontiert, wie verschwenderisch unsere Nahrungsmittel Industrie und unsere Konsumgewohnheiten sind. Beinahe täglich muss ich Lebensmittel wegwerfen, entweder weil das aufgedruckte Datum verfallen ist, oder weil die Produkte nicht mehr perfekt aussehen, oder weil die Artikel nicht schnell genug umgesetzt werden gemäss Vorgaben des Konzerns.

Heute habe ich einen ausgerollten Kuchenteig und einen Sack Äpfel vor der Mülltonne und der Entsorgung in der Kehrichtverbrennungsanlage gerettet. Daraus kreierte ich eine Apfelwähe mit persischen Gewürzen vom Markt in Teheran (vielen Dank Laleh!), Rosinen, ein bisschen Jacutinga Zucker, und einem Guss aus Eiern und Ziegenmilch vom Hof. Kein Vergleich, wenn ich mir vorstelle dass diese Zutaten industriell Strom und Dampf produzieren müssten!

Nearer to thee

For one week in October, I left the hermitage and enjoyed the hospitality of the Sunnehügel community in the former Capuchin friary in Schüpfheim, Switzerland. I was invited to experience, live in, and contribute to this intentional community. I spent many hours working in the vast garden, “praying with my practical hands”. As part of the community’s daily rhythm, there were times of work, times for quiet reflection, as well as prayer times. I experienced the impulses for the worship rather dry and sometimes fabricated.

One evening, everything changed. During the repetitive singing of Agios o Theos, an orthodox sounding hymn, the spirit reached out to the gathered group. Continue reading “Nearer to thee”

Näher zu dir

Letzte Woche habe ich im Sunnehügel, einer Gemeinschaft im ehemaligen Kapuzinerkloster, in Schüpfheim verbracht. Ich durfte, als Abwechslung von der Einsiedelei, die Gastfreundschaft dieser Gemeinschaft erleben, mit leben, und beitragen. Neben der Arbeit im Garten (“beten mit den Händen”) und den Zeiten die zum ruhigen Rückzug zur Verfügung standen, gab es auch Andachtszeiten. Die Impulse dazu erlebte ich als eher trocken und zum Teil gekünstelt.

Doch eines Abends ergab es sich ganz anders. Während einem sich wiederholenden Singen von Agios o Theos (Άγιος ο Θεός), einem orthodox anmutenden Lied, ergriff der Geist die versammelte Gemeinschaft. Continue reading “Näher zu dir”

The Doors

From one door to the next: I have moved out and moved in. The familiar door in Tenna is slowly overgrowing, the quarters behind falling into a long sleep until I will return to them next winter.

The new door stands open, the little house behind it ready to accommodate me for a while. This is my hermitage, a quiet place, that will serve me for my silent retreat.

Behind these massive stone walls hides a simple home, Continue reading “The Doors”

The Doors

Von einer Tür zur anderen: Nun bin ich aus- und umgezogen. Die vertraute Tür in Tenna wächst so langsam zu, die Wohnung wird in eine Art Dornröschenschlaf verfallen bis ich dann im Winter wieder dahin zurück kehre.

Die neue Türe steht offen, das kleine Haus dahinter ist bereit mich für einige Zeit zu beherbergen. Dies ist meine Einsiedelei, der Ort der Stille, in den ich mich nun zurück gezogen habe.

Hinter diesen dicken Steinmauern verbirgt sich ein einfaches Zuhause, Continue reading “The Doors”