Näher zu dir

Letzte Woche habe ich im Sunnehügel, einer Gemeinschaft im ehemaligen Kapuzinerkloster, in Schüpfheim verbracht. Ich durfte, als Abwechslung von der Einsiedelei, die Gastfreundschaft dieser Gemeinschaft erleben, mit leben, und beitragen. Neben der Arbeit im Garten (“beten mit den Händen”) und den Zeiten die zum ruhigen Rückzug zur Verfügung standen, gab es auch Andachtszeiten. Die Impulse dazu erlebte ich als eher trocken und zum Teil gekünstelt.

Doch eines Abends ergab es sich ganz anders. Während einem sich wiederholenden Singen von Agios o Theos (Άγιος ο Θεός), einem orthodox anmutenden Lied, ergriff der Geist die versammelte Gemeinschaft. Continue reading “Näher zu dir”

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The Doors

From one door to the next: I have moved out and moved in. The familiar door in Tenna is slowly overgrowing, the quarters behind falling into a long sleep until I will return to them next winter.

The new door stands open, the little house behind it ready to accommodate me for a while. This is my hermitage, a quiet place, that will serve me for my silent retreat.

Behind these massive stone walls hides a simple home, Continue reading “The Doors”

The Doors

Von einer Tür zur anderen: Nun bin ich aus- und umgezogen. Die vertraute Tür in Tenna wächst so langsam zu, die Wohnung wird in eine Art Dornröschenschlaf verfallen bis ich dann im Winter wieder dahin zurück kehre.

Die neue Türe steht offen, das kleine Haus dahinter ist bereit mich für einige Zeit zu beherbergen. Dies ist meine Einsiedelei, der Ort der Stille, in den ich mich nun zurück gezogen habe.

Hinter diesen dicken Steinmauern verbirgt sich ein einfaches Zuhause, Continue reading “The Doors”

Under the Rainbow

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Terra Vecchia (photo credit: David Marmet)

Liebe Freunde,

schon bald werde ich auf Reisen gehen. Nein, nicht in den Urlaub – vielmehr auf eine innere Reise. Ich werde mich für einige Zeit in eine Einsiedelei zurück ziehen, und zwar genau unter dem Regenbogen im obigen Bild.
Der Regenbogen als Symbol der Verbundenheit: “Ein Hauch positiver Energie der zwei unterschiedliche Orte mit einem nicht greifbaren Band zusammenhält.” Wir leben in einer stark säkularisierten Welt, aber auch in einer spirituellen; und dies braucht immer wieder einen Hauch positiver Energie um diese beiden unterschiedlichen Orte im Alltag zusammen zu halten.

Aus der Stille, auch der Stille des abgelegenen Ortes, werde ich hoffentlich Kraft schöpfen können um das Profane und das Sakrale zusammen kommen zu lassen. Denn dadurch werden ausserordentliche Kräfte frei gesetzt um meinen Auftrag im Leben zu erkennen, diesen um zu setzen, und um in dieser Welt positiv wirken zu können – etwas das in religiösen Worten vielleicht als Zeugnis für die Gnade Gottes im Leben eines Menschen umschrieben wird.

Ich werde mich zurück ziehen, aber nicht komplett der Welt verschliessen. An jedem Werktag vom September bis November werde ich zwischen 10 und 12 Uhr mein Telefon in Betrieb nehmen, Mails abrufen, und Besucher empfangen.


Dear Friends,

soon I will start travelling. No, I will not go on vacation – it will be rather an inner journey. I will retreat for some time to an hermitage, which is located somewhere under the rainbow in the above picture.

The rainbow is a symbol for connectedness: “A breeze of positive energy that connects two different places with an intangible ribbon”. We live in a strongly secularized world, as well as in a spiritual one; this always requires a breeze of positive energy in order to keep together the two divergent places in our everyday lives.

From the silence, also the stillness of the remote place, I hope to gather the strength to connect the profane and the sacred. Thus from there, extraordinary power will be released to recognize my call, to realize it, and to contribute in a positive way to this world – something that could be described in religious terms as testimony to the grace of God in the life a human being.

I will retreat, however I will not disconnect myself from the world. On every workday from September until November, I will turn on my phone, check the email, and receive visitors between 10 and 12 o’clock.

Wish you were here…

Riesen-Wünschelrute – Land Art Installation in Tenna als Teil von Art Safiental von Penelope Richardson. Die Künstlerin hat den Birkenstamm als Totholz in der Rheinschlucht bei Versam gesammelt und nach Tenna gebracht. Dort hat sie den Stamm bearbeitet und mit Neon Farbe besprüht und auf einem Hügel, inmitten einer Blumenwiese, platziert damit dieser hier Wünsche sammeln kann.

Penelope Richardson kommt aus Australien und lebt in Deutschland. Sie war Teilnehmerin der Alp Arts Academy, die vom 26.6. – 2.7.2016 in Tenna statt fand. Ihr Titel für das Werk ist “Ich wünsche ich wäre dort”. Die Ausstellung von verschiedensten Werken im ganzen Safiental dauert noch bis am 16. Oktober 2016.

“My giant wishing pole is made out of wood collected from the Rheinschlucht below Versam and transported to Tenna. It is placed in the earth looking up to the skies on a hill full of wild flowers and herbs and is waiting to collect wishes.
I invite people to take a short walk to the wishing pole to experience the details in the landscape, and the quiet majesty at the top. It is possible to put your hand on the work and make a wish.

Birch wood from Rheinschlucht painted with red neon spot colour, 260 cm high  x 20 cm diameter.” Penelope Richardson (artsafiental.ch)

Penelope Richardson is an artist from Australia, living in Germany. She was participating in the Alp Arts Academy, happening in Tenna from June 26 to July 2, 2016. Her title for the installation is “I wish I was there”. The exhibition of a variety of works spread out across the entire Safien Valley will remain until October 16, 2016.

Coffee Wisdom (+de)

 

Coffee Ring Poem
A poem on a napkin from a coffee shop…

I have written down this poem on a napkin after having enjoyed coffee in one of the coffee shops in Whitehorse, Yukon. Or was it in Victoria, BC? Place does not matter in this instance.

The short poem embodies for me that particular mood that follows me on occasion when I am surrounded by many people – the illusion of company.

And the confidence.

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Ich schrieb dieses Gedicht vor längerer Zeit auf einer Serviette in einer Kaffeestube in Whitehorse, Yukon Territorium. Oder war es vielleicht in Victoria, Britisch Kolumbien? Auf den Ort kommt es ja nicht darauf an.

Es ist schwierig den kurzen Text sinngemäss ins Deutsche zu übersetzten weil er auch anglophone Wortspielereien enthält:

Jeden Tag
kaufe ich mir
die Illusion von Gesellschaft.
"Ist das zum hier geniessen oder zum mitnehmen?"
"Na, dann lass uns gehen."

Das kurze Gedicht verkörpert für mich die Stimmung die mich gelegentlich befällt wenn ich umgeben bin von vielen Leuten – die Illusion mit all den Leuten etwas zu tun zu haben.

Und natürlich auch die Zuversicht.

An old coffee story

Another old coffee story

Environmental Walk of Shame

Three times a year, I have to declare defeat.

Eine deutsche Fassung gibt es hier zu lesen: Aus den Augen, aus dem Sinn

As much as I try, I am unable to avoid disposing another bag of trash that can neither be reduced, nor reused, nor recycled at this time.

In order to become more aware of my personal impact on the environment, I tried to follow my own garbage from the source (that´s me) to the ocean (I sure hope not!). Continue reading “Environmental Walk of Shame”

Bedingungsloses Grundeinkommen

Genug Heu für alle da! (photo credit: Jessica Jonker)

Die Idee eines bedingungslosen Grundeinkommens, wie es zur Zeit in der Schweiz oder in Kanada zur Diskussion steht, ist meines Erachtens ein relativ hilfloser, ökonomischer Ausdruck für die Tatsache dass jeder Mensch Würde hat und deshalb wichtig ist.

In einer Gesellschaft, die so dominiert ist von einem Weltbild der Wirtschaftlichkeit und Effizienz, in welcher menschliche Werte nebensächlich und zweitrangig werden, und in welcher unsere Umwelt und die Schöpfung bloss als ausbeutbare Ressourcen erachtet werden, braucht es wieder einmal einen Gedankenanstoss – so utopisch dieser scheinen mag – um uns in Erinnerung zu rufen, dass alle Menschen Solidarität und gegenseitige Rücksichtnahme brauchen um leben zu können.

Basic guaranteed income

Genug Heu für alle da!
There is enough for everyone! (photo credit: Jessica Jonker)

The idea of a basic guaranteed income, as it is being discussed right now in Switzerland or in Canada, is in my estimation a relatively helpless, economic expression of the fact that each human being has dignity and thus is important.

In a society, in which the paradigms of economy and efficiency are so dominant, in which human values become secondary considerations, and in which our environment and the creation are degraded to exploitable resources, we need another thoughtful hint – as utopian as it may seem – to remember that we as human beings need solidarity und mutual respect in order to live.

Looking at the former self
Looking at the former self – Betrachtung des früheren Selbst

This is a follow up to the Spring Forward post: One of the caterpillars had to shed the more youthful skin to allow for growth. Now it is examining the hull of the former self.

Eine der Raupen musste sich häuten um Platz zu machen für den natürlichen Wachstum. Nun kann sie die vormalige Haut noch betrachten.

Feeding Time
Feeding Time
Growing and glowing
Growing and glowing

Metamorphosis 1

Unfolding potential
Unfolding potential – Das Potenzial entfalten

Here is one more impression from my desk: I had these twigs cut for an outdoor decoration this winter. Two weeks ago, I took them inside, put them in water, and they start to unfold their potential. Never toss out a dry stick!

Eine weitere Impression von meinem Schreibtisch: Diese Zweige hatte ich anfangs Winter geschnitten um eine Aussendekoration zu gestalten. Vor zwei Wochen nahm ich sie ins Haus, stellte sie ins Wasser, und nun beginnen sie ihr volles Potenzial zu entfalten. Deshalb wirf den wertlosesten Stecken nicht einfach weg!

 

 

 

“I name you Samuel” (+de)

(c) 2001, Athabasca Witschi

To see, read, and enjoy the full story, please scroll down:

Um die ganze Geschichte zu sehen, zu lesen, und zu geniessen, bitte weiter scrollen:

Continue reading ““I name you Samuel” (+de)”

The twelfth day of Christmas

The formal end of the winter holiday season is the feast day of Epiphany on January 6, at least for people familiar with a liturgical calendar. The day marks the day of Jesus’ physical manifestation to the people outside the Jewish community. The following scene depicts the visit of the magi:

Epiphany - fresco from 1408 by an unknown artist in the church of Tenna, Switzerland
Epiphany – fresco from 1408 by an unknown artist in the church of Tenna, Switzerland

Why are there twelve nights of Christmas? Is it not sufficient to have the holiday shopping season open the day after Halloween? Do we need another extension of the most wasteful and profitable period of consumer spending?

The twelve nights of Christmas seem to have been observed long before the Christmas season got corrupted. Continue reading “The twelfth day of Christmas”

Der zwölfte Weihnachtstag

Der formelle Abschluss der winterlichen Festtagszeit ist der Dreikönigstag am 6. Januar, wenigsten für die Leute die vertraut sind mit einem liturgischen Kalender. An dem Tag werden wir an die Vorstellung von Jesus an die Menschen ausserhalb der jüdischen Gemeinde erinnert. Die folgende Szene zeigt den Besuch der Weisen aus dem Morgenland:

Epiphany - fresco from 1408 by an unknown artist in the church of Tenna, Switzerland
Epiphanie – Fresco von 1408 einem unbekannte Künstler in der Kirche von Tenna, Schweiz.

Warum gibt es denn die zwölf Rauhnächte? Genügt es denn nicht wenn der jährliche Weihnachtsverkauf schon an Allerheiligen eröffnet wird? Brauchen wir noch eine weitere Verlängerung dieser verschwenderischen und höchst profitablen Periode des Kaufrausches ?

Die Rauhnächte scheinen schon lange vor dem Aufkommen des kommerzialisierten Weihnachtsfestes gefeiert worden sein. Continue reading “Der zwölfte Weihnachtstag”

New light of the season

Krippe

Merry Christmas – Season’s Greetings

Christmas as a feast day is intended to remind us of the worldly presence of the divine Light, at the same time as the return of the longer daylight hours for those who live in the northern hemisphere.

More than forty years ago, I crafted the figurines for this simple nativity scene. The figurines survived in a box in my parents’ attic. I am glad they came out to see the light again.

It is tied straw work, a technique popular in german-speaking areas. It was made from a renewable and affordable resource for all.