happiness
Freude herrscht – auch wenn es regnet.

Expressions of happiness can be found in unexpected places and situations. I couldn’t help but to notice this dead tree and the fungi spreading happiness in a dark place on a wet and foggy day: So many eyes looking at me with a smile!

Ausdruck von Freude kann in unerwarteten Orten und Situationen gefunden werden. Ich konnte dieses Totholz und die Pilze in einem dunklen Waldstück an einem regnerischen Herbsttag einfach nicht übersehen: So viele Augen, die mich anschauten mit einem Grinsen!

The Doors

From one door to the next: I have moved out and moved in. The familiar door in Tenna is slowly overgrowing, the quarters behind falling into a long sleep until I will return to them next winter.

The new door stands open, the little house behind it ready to accommodate me for a while. This is my hermitage, a quiet place, that will serve me for my silent retreat.

Behind these massive stone walls hides a simple home, Continue reading “The Doors”

The Doors

Von einer Tür zur anderen: Nun bin ich aus- und umgezogen. Die vertraute Tür in Tenna wächst so langsam zu, die Wohnung wird in eine Art Dornröschenschlaf verfallen bis ich dann im Winter wieder dahin zurück kehre.

Die neue Türe steht offen, das kleine Haus dahinter ist bereit mich für einige Zeit zu beherbergen. Dies ist meine Einsiedelei, der Ort der Stille, in den ich mich nun zurück gezogen habe.

Hinter diesen dicken Steinmauern verbirgt sich ein einfaches Zuhause, Continue reading “The Doors”

Ich lebe am Rand und “potential-arm”…

Dramatische Stimmung im Safiental. - Dramatic mood Finte Safien Valley
Dramatische Stimmung im Safiental. – Dramatic mood in the Safien Valley

Ein Dorf will bleiben ist der Titel eines längeren Artikels im Tagesanzeiger vom 13. August 2016. Diese Reportage aus dem Safiental ist wie eine Antwort auf ein früherer Artikel, in dem sich der Präsident eines einflussreichen Branchenverbandes frei dazu äussern konnte, dass abgelegene Bergtäler sich selber überlassen werden sollen, um dafür die öffentlichen Gelder, die es braucht für die Infrastruktur für alle Leute die in der Schweiz leben, auf ein paar ‘rentable’ Zentrumsorte zu konzentrieren. Neo-liberales Mantra basierend auf dem Dogma der Gewinnmaximierung und Machtkonzentrierung: Oh Money, Pass Me Some.

Hier eine Reaktion meinerseits auf den Artikel über das Safiental:

“Liebe RedaktorInnen,

ich lebe im Safiental, und ich bin nach mehr als zwanzig Jahren Auslandaufenthalt auch wieder dahin zurückgekehrt.
Der Beitrag im heutigen Tagi “Ein Dorf will bleiben” war interessant zu lesen. Doch habe ich auch ein paar kritische Bemerkungen und Fragen: Was soll die Rechnung mit 12 Millionen Franken für eine Gesamtmelioration? In Zürich werden Milliardenbeträge in den Um- und Ausbau eines Bahnhofs gesteckt, da fragt sich kein Hoteliersverband ob es verhältnismässig ist, so viel zu investieren um eine neues, unterirdisches Einkaufszentrum zu erschliessen. Denn die Verkehrsprobleme der Zürcher werden mit diesen Investitionen ja offensichtlich nicht gelöst, noch höre ich immer wieder die selben Staumeldungen und frustrierten Benutzermeinungen von Strassen- und Bahnpendlern. Die paar Millionen, die hier in Gemeinde Infrastruktur gesteckt wurden, bringen spürbare Verbesserungen der Lebensqualität für die Talbevölkerung; ebenso für die Besucher von ausserhalb des Tales wenn sie zB. auf den Erschliessungsstrassen bequem ihre Ruhe in den Bergen finden können!
“Potenzialarmer Raum”: das ist auch ein Ausdruck der nur ein von urbanem Denken und Konsum-Kapitalismus korrumpierter Geist prägen kann. Klar sind die renditenversprechenden Ressourcen längst ausgebeutet oder angezapft. In den abgelegenen Tälern gibt es jedoch Potenziale die heute gar nicht mehr gesehen werden im Scheinwerferlicht des Mainstreams. Da gibt es zB. Netzwerke unter Menschen, gewachsene und geschaffene Gemeinschaftsstrukturen, die viel mehr Potenzial in sich bergen als die urbane Anonymität und Paranoia, wo Leute sich konstant unsicher fühlen. Es würde sich sicher lohnen, auch diese Potenziale mal in Betracht zu ziehen. Für die glückliche Zukunft der Menschheit braucht es kein weiteres Wirtschaftswachstum (auch wenn diese Illusion vorläufig über alles trumpft).
Ja, wie sie schreiben: “Es funktioniert” in den Randregionen. Und es profitieren in grosser Zahl Besucher von ausserhalb der Gemeinde die genau das suchen, was sie bei sich dem Profit, dem Fortschritt, und der Entwicklung geopfert haben. Ich wünschte mir ein grösseres Verständnis der Metropole für die Tatsache dass eine Metropole nur funktioniert solange sie eine Peripherie hat. Wir sind nicht zu trennen.
Mit freundlichen Grüssen,

Othmar

(Als Leserbrief im Tagesanzeiger gedruckt)

Assumption of Mary?

Feast Day of The Assumption of the Blessed Virgin Mary, 2008 by Stephen B Whatley
Feast Day of the Assumption of the Blessed Mary by Stephen B. Whatley, 2008

This day we are gathered to celebrate the feast day of the Assumption of Mary into Heaven:

The bodily taking up of the Virgin Mary into heaven at the end of her earthly life, as it was long accepted by the faithful and frequently depicted in art, as on the main altar in the church of the Capuchin friary in Schwyz (Switzerland), was relatively recently defined as church dogma in the Roman Catholic Church by Pope Pius XXII in 1950.
For the painter, it was likely an appreciation for and recognition of an exceptional woman, the mother of historic Jesus – an expression of the experienced holiness of Mary.

In Christianity, holiness is the place where the profane and the sacred meet, “a religious experience, which is based on extraordinary strengths held by human being that give him or her special religious authority” (Filoramo, 2013).

In today’s gospel text (Luke,1.46-55) we read the words of the magnificat, Continue reading “Assumption of Mary?”

Mariä Himmelfahrt?

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Tizian (um 1516), Mariä Himmelfahrt (photo credit: Wikimedia.org)

Heute sind wir hier versammelt, um das Fest Mariä Himmelfahrt zu feiern:

Viele Leute fahren am einem Festtag vielleicht ins Tessin, …Umweltbewusste fahren mit dem Zug, …andere fahren auf etwas Bestimmtes ab. Aber “himmelfahren” ist nicht mehr etwas allgemein Verständliches in meinem Sprachgebrauch.

Die leibliche Aufnahme Marias in den Himmel, wie sie lange im Verständnis des gläubigen Volkes verankert war und bildlich dargestellt ist zum Beispiel am Hochaltar der Kapuzinerkirche Schwyz, ist erst vor wenigen Jahrzehnten als Glaubenssatz der katholischen Kirche festgelegt worden (Papst Pius XII, 1950).
Für den Maler war die Szene wohl ein Ausdruck der Wertschätzung und Anerkennung für eine aussergewöhnliche Frau, für die Mutter des historischen Jesus – ein Ausdruck für die erlebte Heiligkeit Marias.

Die Heiligkeit ist im Christentum ein Ort wo das Profane und das Sakrale zusammenkommen, “eine religiöse Erfahrung, die auf der Annahme beruht, dass die ausserordentlichen Kräfte, die ein Mensch besitzt, ihr oder ihm besondere religiöse Autorität verleiht” (Filoramo, 2013)

Im heutigen Evangeliumstext (Lukas, 1.46-55) lesen wir die Worte des Magnifikats, Continue reading “Mariä Himmelfahrt?”

Under the Rainbow

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Terra Vecchia (photo credit: David Marmet)

Liebe Freunde,

schon bald werde ich auf Reisen gehen. Nein, nicht in den Urlaub – vielmehr auf eine innere Reise. Ich werde mich für einige Zeit in eine Einsiedelei zurück ziehen, und zwar genau unter dem Regenbogen im obigen Bild.
Der Regenbogen als Symbol der Verbundenheit: “Ein Hauch positiver Energie der zwei unterschiedliche Orte mit einem nicht greifbaren Band zusammenhält.” Wir leben in einer stark säkularisierten Welt, aber auch in einer spirituellen; und dies braucht immer wieder einen Hauch positiver Energie um diese beiden unterschiedlichen Orte im Alltag zusammen zu halten.

Aus der Stille, auch der Stille des abgelegenen Ortes, werde ich hoffentlich Kraft schöpfen können um das Profane und das Sakrale zusammen kommen zu lassen. Denn dadurch werden ausserordentliche Kräfte frei gesetzt um meinen Auftrag im Leben zu erkennen, diesen um zu setzen, und um in dieser Welt positiv wirken zu können – etwas das in religiösen Worten vielleicht als Zeugnis für die Gnade Gottes im Leben eines Menschen umschrieben wird.

Ich werde mich zurück ziehen, aber nicht komplett der Welt verschliessen. An jedem Werktag vom September bis November werde ich zwischen 10 und 12 Uhr mein Telefon in Betrieb nehmen, Mails abrufen, und Besucher empfangen.


Dear Friends,

soon I will start travelling. No, I will not go on vacation – it will be rather an inner journey. I will retreat for some time to an hermitage, which is located somewhere under the rainbow in the above picture.

The rainbow is a symbol for connectedness: “A breeze of positive energy that connects two different places with an intangible ribbon”. We live in a strongly secularized world, as well as in a spiritual one; this always requires a breeze of positive energy in order to keep together the two divergent places in our everyday lives.

From the silence, also the stillness of the remote place, I hope to gather the strength to connect the profane and the sacred. Thus from there, extraordinary power will be released to recognize my call, to realize it, and to contribute in a positive way to this world – something that could be described in religious terms as testimony to the grace of God in the life a human being.

I will retreat, however I will not disconnect myself from the world. On every workday from September until November, I will turn on my phone, check the email, and receive visitors between 10 and 12 o’clock.

Wish you were here…

Riesen-Wünschelrute – Land Art Installation in Tenna als Teil von Art Safiental von Penelope Richardson. Die Künstlerin hat den Birkenstamm als Totholz in der Rheinschlucht bei Versam gesammelt und nach Tenna gebracht. Dort hat sie den Stamm bearbeitet und mit Neon Farbe besprüht und auf einem Hügel, inmitten einer Blumenwiese, platziert damit dieser hier Wünsche sammeln kann.

Penelope Richardson kommt aus Australien und lebt in Deutschland. Sie war Teilnehmerin der Alp Arts Academy, die vom 26.6. – 2.7.2016 in Tenna statt fand. Ihr Titel für das Werk ist “Ich wünsche ich wäre dort”. Die Ausstellung von verschiedensten Werken im ganzen Safiental dauert noch bis am 16. Oktober 2016.

“My giant wishing pole is made out of wood collected from the Rheinschlucht below Versam and transported to Tenna. It is placed in the earth looking up to the skies on a hill full of wild flowers and herbs and is waiting to collect wishes.
I invite people to take a short walk to the wishing pole to experience the details in the landscape, and the quiet majesty at the top. It is possible to put your hand on the work and make a wish.

Birch wood from Rheinschlucht painted with red neon spot colour, 260 cm high  x 20 cm diameter.” Penelope Richardson (artsafiental.ch)

Penelope Richardson is an artist from Australia, living in Germany. She was participating in the Alp Arts Academy, happening in Tenna from June 26 to July 2, 2016. Her title for the installation is “I wish I was there”. The exhibition of a variety of works spread out across the entire Safien Valley will remain until October 16, 2016.

Sonntagsspaziergang

 

BeverinZHinderschtDiesen Sommer nahm ich mir Zeit das Herzstück des Naturparks Beverin zu erkunden. Von Thalkirch im Safiental bin ich los marschiert um entlang des Höllgrabens aufzusteigen Richtung Alperschälli. Hier ein Blick zurück auf den Talabschluss des Safientals. Die Vegetation zeigte sich im saftigsten grün.

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Oberhalb von 2500 Metern wurde die Pflanzenwelt zwar weniger üppig, doch überhaupt nicht weniger spektakulär. Die hochalpinen Pioniere blühten in voller Pracht. Links die Pizzas d’Anarosa, rechts im Bild das Schwarz- und Gelbhorn (von der Sonne beleuchtet). Im Ausschnitt dazwischen die Gipfel des Valsertales im zukünftigen Park Adula.

 

BeverinFLaiGrondHier der Ort meiner Mittagsrast und gleichzeitig der Übergang vom Safiental ins Schams. In der Mitte wieder die Pizzas d’Anarosa, rechts davon der Blick zurück übers Alperschälli ins Safiental, links davon der Ausblick über die Alpen am Schamserberg Richtung Wergenstein. Einfach beeindruckend.

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Hier der Ausblick vom zweiten Passübergang Richtung Rheinwald, dem Avers, und Italien. Die nächste Station von hier war die SAC Hütte von Cufercal. Danach besuchte ich noch eine Rinderalp, die Yak Herde, und die Heuberge einer befreundeten Familie, die mich zum Ausruhen aufnahm.

Shadows in the sky – Schatten am Himmel

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The last picture I shared showed the two mountain peaks near Tenna backlit by a setting full moon. Today, it is the setting sun that created the right conditions for this picture. How often do we see shadows in the sky?

Auf dem letzten Bild das ich teilte war ein untergehender Vollmond die Quelle der Beleuchtung an den beiden Hörnern die von Tenna aus sichtbar sind. Heute ist es die untergehende Sonne, die von hinten die Schatten der Berge an den Himmel projiziert. Wie oft werden wir denn überhaupt Zeugen eines solchen Spektakels?

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This unusual sight occurred on my early morning commute to work. A full moon quickly disappeared behind the mountain top, as its peak was already illuminated by the rising sun. The slopes and the village beneath were still bathed in the remnants of the night.

Diese ungewöhnliche Sicht nahm ich wahr auf meinem frühmorgendlichen Gang zur Arbeit. Ein voller Mond verschwand schnell hinter der Bergspitze, während diese bereits von der aufsteigenden Morgensonne beleuchtet wurde. Die Hänge und das Dorf unterhalb waren immer noch eingetaucht von der übriggebliebenen Dunkelheit der Nacht.

Unseasonal – Blüten im Winter?

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Bei einem kurzen Spaziergang habe ich diese alte Weide entdeckt, die auf den ersten Blick voller Schneekügelchen war. Das erwarte ich auch Mitte Januar. Bei genauerer Betrachtung stellte es sich heraus, dass die jedoch Weidenkätzchen sind.

Diese alte Weide, die auf 1680 müM steht, scheint sich – nach Aussage der Bauernfamilie im Oberhus – jedes Jahr sehr früh auf die Blüte vor zu bereiten, ohne dass ihr der Frost und der Schnee etwas anhaben.

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On a short hike, I encountered this old willow. At first sight it was decorated with tiny snowballs. I would at least expect that in the middle of January. However, upon closer inspection, these were all catkins.

This old willow, growing at above 5,500 feet elevation, seems to prepare for the bloom very early each year, according to the farmers nearby. Frost and snow do not seem to bother the old tree.

On the run(way) (+de)

Who was here first - the show machine or the mountain hare?
Who was here first – the show machine or the mountain hare?

Wer war denn hier zuerst – der Pistenbully oder der Schneehase?

It is easier to run in winter on a groomed trail...
It is easier to run in winter on a groomed trail…

Im Winter ist es doch einfacher vorwärts zu kommen auf der präparierten Piste…

...than in deep snow.
…than in deep snow.

…als im Tiefschnee.

tracks of Lepus timidus, with the hare long gone!
tracks of Lepus timidus, with the hare long gone!

Die Spuren erzählen eine Geschichte des Schneehasen, ohne dass ich das Tier zu Gesicht bekam!

Weise aus dem Morgenland

For an English version, pick up your favourite bible and read along from Matthew, 2:1-12.

“Als Jesus in Betlehem in Judäa geboren war, in den Tagen des Königs Herodes, seht, da kamen königliche Magier aus dem Osten nach Jerusalem. Continue reading “Weise aus dem Morgenland”