Obedience is very often understood in relation to the fact that one gives orders and others obey. Obedience is of great importance in hierarchical systems, such as the army, where obedience is imperative and non-obedience leads to punishment. The same is true in the church, where obedience is a special virtue and leads to salvation. Non-obedience is a guide to hell in various church organizations and denominations. But even the seemingly value-free market economy demands absolute obedience. According to proponents of a neo-liberal economic paradigm, influencing the invisible market forces will only lead to misfortune: therefore are government regulations, and other considerations and interventions for the common good responsible for all the ills of today’s consumer society.
For more than three years, the Tenna Hospice Association has been trying, with hope and various strategies, to find enough active people to fill the four full-time positions required to adequately run the residential care community for the last stage of life in the ‘Alte Sennerei’ in Tenna.
The more the required responsibility, as a counterweight to freedom, was mentioned in the adverts, the fewer the enquiries and applications became. The salary level did not change this dynamic. The romantic village of 100 people in a remote mountain valley was proving to be a disadvantage in terms of location.
Some members of the board of the Tenna Hospice association wanted to close the communal residence even before it opened. They took the view that all full-time positions had to be filled in order to become operational. The commitment already made to future residents could be cancelled. As CEO, I understand the corporate logic behind this attitude. However, it is untenable for the vision of a co-living community!
As a person directly affected, I have always relied on confidence: the proverbial ‘needle in the haystack’ will show itself – and will be found. This requires patience and humility.
‘And it happened in the remote Safien valley – in those days of elected populists and self-proclaimed big capitalists. Her job required a year-end holiday and it was Christmas Eve. She was still sitting in the hostel, enjoying the peace and quiet and the herbal tea – as well as the conversations and brief encounters. And it was getting dark and cold – a winter’s night at 1,657 metres above sea level. The innkeepers didn’t turn her away, but invited her to stay for dinner.’
DA SII UND ZIIT HA FÜRÄNAND – GASTLICH SII’ (“to be present and to have time for each other – to be hospitable”) reads the slogan on the façade of the “Alte Sennerei” in Tenna/GR.
Bread, cheese, fruit salad – and time together.
No child was born to become a saviour. After further visits to the café following sunny winter hikes, as well as after meaningful and unspectacular interactions with fellow residents, a job interview took place shortly before leaving for the usual everyday working life.
A testimony of confidence and faith, as I always wished for. ‘What remains when the grand designs crumble?’ (Thorsten Dietz, Publik-Forum 13/2024)
There are alternatives – we are living them!
With the confidence that we make a difference – that we let our light shine when the world seems dark – not with the hope that an authority or a committee will fix everything for the better. Believing that it is possible, even today, to live a piece of heaven on earth.
‘The many stories of defiant confidence against the small faith of the time remain.’
Eine Buchempfehlung, passend zu jeder Lebenssituation und jeder Jahreszeit.
Das Buch enthält persönliche Stimmen von Quäker*innen, ältere und neu verfasste Beiträge. Sie sprechen vom Leben vor und nach dem Tod, vom Prozess des Sterbens und von der Trauer, von Pflege, Sterbebegleitung und Beerdigung.
Kurz: von der Wahrhaftigkeit im Umgang mit dem Unausweichlichen.
Mein Beitrag im Buch stellt die Frage, ob Palliative Care eine Form von Gottes Dienst sein könnte.
Ein ungewöhnlicher Blickwinkel. In einer säkularisierten und wissenschafts-orientierten Gesellschaft scheint es eher ungewohnt, im Zusammenhang mit einer gut definierten Fachdisziplin, das Wort Gott in den Mund zu nehmen. Aus meiner Erfahrung mit Menschen, die ich im Leben und im Sterben begleiten durfte, habe ich es trotzdem gewagt, einen solch provokativen Blickwinkel als Ausgangspunkt für einige Gedanken zu nutzen.
Ich wünsche mir einen Mann wie eine Zigarettenschachtel.
Es muss ja auch kein Mann sein, kann eine Frau sein, oder etwas Drittes. Ob Parisienne, Camel oder Lucky Strike – du bist gar nicht so wichtig.
Du bist immer irgendwo dabei, eingesteckt, unauffällig. Und wenn ich dich brauche, dann bist du zur Hand. Dann steck ich dich an, mach dir Feuer. Ich lege meine sinnlichen Lippen zärtlich um dich. Ich werde genüsslich ziehen und inhalieren, ein bisschen streicheln und halten. Und wenn gut – mit der gekonnten Bewegung des Zeigefingers spickst du elegant weg und fliegst in den Strassengraben.
Wunderbar. Entspannt.
Oder ich drück dich aus im Aschenbecher – ist gesellschaftlich akzeptabler. Und macht die Beziehung klar.
Der Kick ist vorhersehbar und kann auch wiederholt werden. Ich bin frei. Ich bin selbstbestimmt. Ich fühle mich verstanden und bestätigt ohne etwas von mir preiszugeben. Ich werde gehört und ernst genommen – mit Sicherheit.
Und ich sehne mich nach der Sucht.
So stille ich die Sucht – doch aus der Stille berührt mich immer wieder das Sehnen.
Wie stille ich das Sehnen?
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Aus: ‘Lasst mein Leben nicht verloren gehen’ – Roman über einen schillernden Hilferuf aus einer zu verschweigenden Heimat(losigkeit) – gefangen zwischen Kulturen, den Folgen sozialen Aufstiegs und wirtschaftlichen Erfolgs, der Geborgenheit der Clan-Enge und uferlosen Scheinfreiheiten. Erscheint in naher Zukunft.
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„Da bin ich mir nicht sicher. Schon gar nicht an den Einen… zu exklusiv für meinen Geschmack.”
„Der Vater, der Allmächtige?” –
„Nein danke; tönt für mich nach ,Freund und Helfer’, aber das bringt Erinnerungen an legitimierte Gewalt hoch. Ich brauche nicht noch jemanden der mich herumkommandiert im Leben.”
„Die heilige Dreifaltigkeit?” –
„Nee, viel zu kompliziert…
und doch weiß ich aus eigener Erfahrung, dass es die göttliche Kraft gibt, die Allesliebende. Ich darf die immer wieder in kleinsten Begebenheiten und alltäglichen Begegnungen mit Mitmenschen, Mitgeschöpfen und der Natur erleben. Dazu muss ich jedoch selber offen und stille genug sein.”
Diese Konfliktsituationen und ihre Bewältigung hatten konkrete Auswirkungen auf meinen Lebenslauf.
Nach zwei kurzen Umwegen führte dieser mich nach Kanada (und damit weg von der Landwirtschaft und in die Pflegewissenschaft). Und nach 25 Jahren wieder zurück ins Safiental.
Wenn auch die damalige Wohngemeinschaft in Tenna keinen längerfristigen Bestand hatte, so war sie doch der Grundstein für das Projekt Tenna Hospiz, das erst sich Jahrzehnte später entfaltete.
Ich bin weiterhin verbunden mit allen Interviewten im Bericht, welchen ein Leben bis heute vergönnt ist. Und sie unterstützen den Verein Tenna Hospiz und die Wohngemeinschaft Alte Sennerei für den letzten Lebensabschnitt in ihrem Dorf.
Die Bank – längst wegrationalisiert und -fusioniert. Die Rinderrasse – keine Exoten mehr, sondern ein anerkannter Teil einer modernen Landwirtschaftin der ganzen Schweiz. Die Berg-Landwirtschaftsbetriebe im Safiental fast alle kontrolliert biologisch geführt und erfolgreich.
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Demut – eine gegenkulturelle Perspektive und transformative Kraft.
Ich erkenne mich als Teil von etwas Grösserem, freiwillig und selbstbestimmt. Klein und zugleich wertvoll.
Dennoch ist kein Mensch und kein Ort zu klein um Grosses zu bewirken: Video Link
“Ich weiss, dass ich nichts weiss” (Sokrates). Nicht jede/r, die/er zwei Artikel im Internet über eine Sache gelesen hat, sollte sich dann auf Social Media als Experte zum Thema ergiessen. Da mangelt es an intellektueller Demut. Positiv gesprochen, geht es um eine realistische Selbsteinschätzung und darum, immer lernfähig zu sein! (Godehard Brüntrup)
Immanuel Kant hielt Demut für ein Gefühl, das sich mit der Einsicht in die Begrenztheit unserer moralischen Vermögen einstellt. (NZZ)
Ein weiterer Aspekt der Demut bezieht sich auf den Umgang mit anderen Menschen. Bin ich offen für Neues, oder habe ich vorgefasste Meinungen und die anderen können nur im Lichte dieser Meinung erscheinen? (Brüntrup)
Demut ist lernbar – und sie überwindet Mut und Hochmut! Nicht aber den Mut zum Dienen.
Demut schafft Freiheit.
Ich kann mich von allem Überflüssigen im Leben befreien. Ich kann auch loslassen, was mich von der erfüllten Beziehung zum Selbst, zu Anderen und zum Göttlichen trennt (Kate McNally).
Denn, Demut schafft die Voraussetzung für die Überwindung des eigenen Narzissmus. Es glauben doch viele, dass das, was sie sind und erreicht haben, das hätten sie selbst erschaffen. Ohne das Grosse Ganze.
Demut in diesem Sinne ist eine Haltung, die das Leben sieht, wie es ist; eine Haltung, die darum weiß, dass Leben Sterben-müssen bedeutet. (Dienberg)
Demut ist also eine Überlebensfrage.
Auch wenn alles andere viel mehr Spass zu machen scheint 🙄 .
Humility – a counter-cultural perspective and transformative power.
I recognise myself as part of something bigger, voluntary and self-determined. Small and valuable at the same time.
Nevertheless, no person and no place is too small to achieve great things: Linked Video
“I know that I know nothing” (Socrates). Not just anyone who has read two articles on the Internet about something should then pour themselves out on social media as an expert on the subject. There is a lack of intellectual humility. On a positive note, it’s about realistic self-assessment and always being able to learn! (Godehard Brüntrup)
Immanuel Kant considered humility to be a feeling that arises when we realise the limitations of our moral capacities. (NZZ)
Another aspect of humility relates to our dealings with other people. Am I open to new ideas, or do I have preconceived opinions and others can only appear in the light of these opinions? (Brüntrup)
Humility can be learnt – and it overcomes courage and arrogance! But not the courage to serve.
Humility creates freedom.
I can free myself from everything superfluous in life. I can also let go of what separates me from a fulfilling relationship with myself, with others and with the divine (Kate McNally).
Humility is the prerequisite for overcoming one’s own narcissism. Many people believe that what they are and have achieved is something they created themselves. Without the big picture.
Humility creates freedom.
Humility in this sense is an attitude that sees life as it is; an attitude that recognises that life means having to die. (Dienberg)
Humility is therefore a question of survival.
Even if everything else seems to be much more fun 🙄 .
Many thanks for the inspiration on this topic: @cap! Magazine of the Capuchins
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“Do not forsake: The star is here and shines. […] The longing restlessness urges. […] Be open, my heart, and roam!”
“Behold, the wise men have set out. […] They will have feared their own bold heart a little […]. But the heart is strong and blessedly courageous. They obey it and go. And suddenly, when they have left home behind them, their heart becomes light, like the heart of someone who has dared everything and who is more courageous than one can actually be […]. They walk winding paths, but before God’s eyes it is the straight way to him […].”
“Break open, my heart, and keep going! The star is shining. You can’t take much with you on the way. And much will be lost to you on the way.”
(From: Karl Rahner, Kleines Kirchenjahr. Ein Gang durch den Festkreis, Freiburg/Br. 1981, 39-42)
This reflection at the end of the year describes the dynamic that gave rise to the Tenna Hospice project: “In the beginning there was a dream, a star that shone. But even the bold heart was afraid.”
It then took a silent retreat to realize the mission of not only dreaming such a dream, but also putting it into practice. I obeyed it and went.
Today I can say that “my heart became light and that I still have to walk winding paths. But the path leads to the goal, the dream became reality.”
I can’t (and don’t want to) take much with me. And a lot has also been lost on the way. Yes, I also see signs of the straight path.
Break open my heart and keep on going.
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„Verzage nicht: Der Stern ist da und leuchtet. […] Die sehnsüchtige Unruhe treibt. […] Brich auf, mein Herz, und wandre!“
„Siehe, die Weisen haben sich aufgemacht. […] Sie werden ihr kühnes Herz selbst ein wenig gefürchtet haben […]. Aber das Herz ist stark und selig mutig. Sie gehorchen ihm und gehen. Und plötzlich, als sie die Heimat hinter sich gelassen haben, wird ihr Herz leicht, wie das Herz eines, der alles gewagt hat und mutiger ist, als man eigentlich […] sein kann. Sie gehen verschlungene Pfade, aber vor Gottes Augen ist es der gerade Weg zu ihm […].“
„Brich auf, mein Herz, und wandre! Es leuchtet der Stern. Viel kannst Du nicht mitnehmen auf dem Weg. Und viel geht dir unterwegs verloren.“
(Aus: Karl Rahner, Kleines Kirchenjahr. Ein Gang durch den Festkreis, Freiburg/Br. 1981, 39-42)
Diese Reflexion zum Jahresende beschreibt die Dynamik, aus der heraus das Projekt Tenna Hospiz entstanden ist: Am Anfang war ein Traum, ein Stern der leuchtete. Doch selbst das kühne Herz fürchtete sich.
Es brauchte dann eine Auszeit um den Auftrag wahrzunehmen, einen solchen Traum nicht nur zu träumen, sondern auch umzusetzen. Ich gehorchte ihm, und ging.
Heute kann ich sagen, dass mein Herz leicht wurde und dass ich immer noch verschlungene Pfade gehen muss. Doch der Weg führt zum Ziel, der Traum wurde Wirklichkeit.
Viel kann (und will) ich nicht mitnehmen. Und vieles ist unterwegs auch verloren gegangen. Doch, ich sehe auch Hinweise für den geraden Weg.
Brich auf mein Herz und wandere fortan.
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Diese Woche war mein letzter Einsatz im Volg-Dorfladen in Tenna/GR.
Während 8 Jahren habe ich mich im Dorfladen als Verkäufer engagiert – einfach weil es auch in einem kleinen Laden eine Aushilfe braucht damit die Bevölkerung und die Gäste guten Zugang haben zu den Artikeln des täglichen Bedarfs. Und die Ladenleiterin hat ja auch Freitage und Ferien zugut.
Diese Stelle hat mir auch ein Einkommen verschafft, welches genügte, um mich nebenbei vollzeitig im Ehrenamt für das Projekt Tenna Hospiz einsetzen zu können.
Nun werde ich mich voll auf die Aufgabe als Sorgender Mitbewohner und Koordinator der Wohngemeinschaft Alte Sennerei im Tenna Hospiz und aufs älter werden konzentrieren – das letztere braucht nach Aussage von Mitbewohner Gian Pedretti (97) “ein bisschen Geduld”. Die Pensionierung kommt dann früh genug.
Selbst die HR Abteilung von Volg war damals besorgt, einen völlig ‘überqualifizierten’ (“sonä gschtodiertä”) Aushilfs-Verkäufer einzustellen. Es hat sich gezeigt, dass es möglich ist mit ein bisschen Geschick, Demut und Ausdauer das notwenige Wissen anzueignen um schön präsentieren, gut beraten und verkaufen zu können. Frisch und freundlich.
Ich bin sehr dankbar für meine Stelle im Dorfladen. Es gibt kein anderer Ort, an dem ein niederschwelligerer Zugang zu den Zielgruppen für das Projekt Tenna Hospiz möglich gewesen wäre. Der Dorfladen als Treffpunkt und als Ort, wo Sorgen geteilt werden. Neben der Kundenberatung und dem Verkauf kamen schnell direkte Seelsorge-Gespräche und medizinisch-pflegerische Beratungen zustande. Man kennt sich im Dorf.
Natürlich werde ich die ehemaligen Kundinnen und Kunden vom Dorfladen bei Gelegenheit im Sozialraum Café im Tenna Hospiz wieder treffen. Kaffee, Kuchen, ein offenes Ohr und Feines vom Ort werden dort zur Verfügung stehen.
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Wohngemeinschaft für den letzten Lebensabschnitt im Tenna Hospiz (photo credit: Ruben Weber)
for an English version, see below
Ich habe seit meinen Teenage Jahren ein Interesse am Leben in Gemeinschaft, aus spirituellen und politischen Gründen. Deshalb ist mir die Auseinandersetzung um die Weiterführung des Klosters Wonnenstein aufgefallen. Als fernab lebender Laie erkenne ich in diesem Spiel um Macht und Einfluss dieselben Mechanismen, die mich bewegt haben, 1979 aus der katholischen Landeskirche auszutreten: Eine Kirchgemeindeversammlung hörte sich an wie die GV einer Immobilienfirma.
Kathrin Klette stellt im Artikel “Die rebellische Nonne vom Kloster Wonnenstein” (NZZ, 23. April 2023) die Frage, welche Funktionen ein Kloster heute noch habe. Alle genannten Nutzungsvorschläge entspringen einer romantisierenden Vorstellung oder einer ausbeuterischen Absicht gegen die spirituellen Kräfte des Ortes. Und dem Geld verdienen. Klostergemeinschaften hatten zum Ziel – zum Wohle aller – Kraft aus dem Dialog mit dem Göttlichen zu schöpfen – nicht abzuschöpfen. Die assoziierten Missbräuche durch die Kirchen sind hinlänglich bekannt – vom Ablasshandel bis zur Gratisarbeit.
Ich bin weiterhin überzeugt, dass ein Leben in Gemeinschaft ein Lebensentwurf ist für die heutige Zeit. Eine kirchliche Institution braucht es dazu nicht. Etwas Glauben jedoch schon.
Dass dieser Wunsch gegenläufig ist zum Zeitgeist, zeigen die Schwierigkeiten für die Besetzung einer zivilgesellschaftlichen Wohn- und Arbeitsgemeinschaft für den letzten Lebensabschnitt im Safiental: Die Form (Idee) spricht viele an, doch das hyper-individualistische Leben im Überfluss eintauschen für eine sinnstiftende Beteiligung und für die Überwindung der eigenen existentiellen Einsamkeit kann sich kaum jemand aktiv vorstellen.
Ich wünsche der verbleibenden Schwester ihren Weg mit Gott zu gehen – die Liegenschaften werden dann schon gewinnbringend verteilt. Allen andern wünsche ich den Mut, sich von der chronischen Affluenza zu befreien.
Als Leserbrief in der Print Ausgabe der Neuen Zürcher Zeitung vom 28. April 2023 veröffentlicht
In English:
New Communities are Needed
I have had an interest in communal living since my teens, for spiritual and political reasons.That’s why the controversy over the continuation of the Wonnenstein monastery caught my attention. As a layman living far away, I recognize in this game of power and influence the same mechanisms that moved me to leave the national Catholic church in 1979: A parish meeting sounded like the AGM of a real estate company.
In the article “Die rebellische Nonne vom Kloster Wonnenstein” (NZZ, April 23, 2023), Kathrin Klette asks what functions a monastery still has today. All of the mentioned suggestions spring from a romanticizing notion or an exploitative intention against the spiritual forces of the place. And to make money. Monastic communities had as their goal – for the common good – to draw strength from a dialogue with the divine – not to siphon it off. The associated abuses by the churches are well known – from selling indulgences to unpaid labor.
I remain convinced that living in community is a way of life for today. A church institution is not needed for this. A little faith, however, is.
This wish is contrary to the zeitgeist. This is shown by the difficulties recruiting for of a civil-society initiative with a communal residence for the last phase of life in the Safiental (Switzerland): The form (idea) appeals to many, but hardly anyone can actively imagine to trade their hyper-individualistic life in abundance for a meaningful participation and for overcoming one’s own existential loneliness.
I wish the remaining sister at Wonnenstein to go her way with God – the real estate of her monastery will then readily be distributed for profit. To all others, I wish the courage to free themselves from chronic affluenza.
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…ein Untertitel aus einem auf einer mechanischen Schreibmaschine vor mir verfassten und getippten “Aufruf zur Gründung eines Friedenskollektivs” aus dem Jahr 1978 oder 1979.
Heute ist gendergerechte Schreibweise in aller Menschen Munde. Darum hat es mich interessiert, wie alt dieser Trend eigentlich schon ist. Wikipedia schreibt dazu folgendes:
“Ab den 1940ern verbreitete sich die Schreibweise mit Schrägstrich plus Bindestrich: Lehrer/-innen. Im Rahmen der zweiten Frauenbewegung ab den 1960ern wurde der Schrägstrich verstärkt eingesetzt, um Frauen sichtbar zu machen, während allgemein noch der Gebrauch von rein männlichen Personenbezeichnungen zur geschlechtlichen Verallgemeinerung üblich war (generisches Maskulinum: alle Lehrer).
1981 war der Vorschlag aufgekommen, den Schrägstrich mit dem nachfolgenden kleinen „i“ zum Großbuchstaben „I“ zusammenzuziehen, als „Binnen-I“ bezeichnet: LehrerInnen. “
Das abgebildete Dokument zeigt Versuche einer inklusiveren Schreibweise als Teil des Friedensprozesses. Und wenn ich den ganzen Artikel lese, einhält dieser auch eine Skizze meines Lebensweges.
Eine wahrliche Trouvaille, die vierzig Jahre in einer Kiste auf meines Bruders Estrich lagerte!
Trouser-shitters, cocksuckers, compromisers
…a subtitle from a “Call for the Foundation of a Peace Collective” written and typed by me on a mechanical typewriter in 1978 or 1979.
Today, gender-sensitive writing is on everyone’s lips. That’s why I was interested to know how old this trend actually is. Wikipedia in German writes the following about it:
“Starting in the 1940s, the spelling with slash plus hyphen spread: Lehrer/-innen. In the context of the second women’s movement, starting in the 1960s, the slash was increasingly used to make women visible, while the use of purely masculine personal designations for gender generalization was still common (generic masculine: all teachers).
Beginning in the late 1970s, feminist linguistics developed the concept of “gender-equal language” and appropriate ways of phrasing it in order to treat women equally in terms of language as well. […]
By 1981, a proposal had emerged to combine the slash with the following lowercase “i” to form the uppercase “I,” referred to as the “internal I.” Teachers=LehrerInnen. “
The document pictured shows attempts at more inclusive spelling as part of the peace process. And when I read the whole article, it also includes a sketch of my life’s journey.
A true trouvaille, stored in a box in my brother’s attic for forty years!
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