Curious Chamois – Gwundrige Gämse

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Bilder vom Sonntagsausflug in Tenna. Der Weg führte mich vom Dorf über die Tenner Alp zur Tälli Hütte (2180 müM) und dann zum Nolla (2384 müM) hoch. Auf einer Krete oberhalb des Hööwang traf ich auf eine Gämse. Erst versteckte sie sich im Gelände. Dann stieg ich weiter hoch am Berg um die Gämse besser zu beobachten. Sie liess das noch eine Weile zu, dann wurde es ihr zu viel immer angestarrt zu werden, und sie hüpfte schnell und graziös durch das schwer begehbare Gelände zwischen dem Nollachopf und dem Schrattabärg.

For the English text, see the captions.

Alte und neue Wege – Old and new ways

In den letzten Tagen war ich immer wieder unterwegs, auf alten und neuen Wegen. Eingeschränkt war ich nur durch den frischen Schnee, der vor allen die nicht befestigten Wege sehr rutschig machte und das gehen im steilen Gelände erschwerte.

Als ich vor fast dreissig Jahren das erste Mal nach Tenna kam war die Gemeinde noch über die alte, einspurige Talstrasse erschlossen. Von der Tenner Höhe aus gab es eine Stichstrasse zum Dorf hoch die auf gut 2 km Strecke 400 Höhenmeter überwand. Heute sind grosse Teile der Talstrasse und die Zufahrtsstrasse nach Tenna nach modernen Strassenbaunormen ausgebaut. Das folgende Video zeigt die Talfahrt von Tenna nach Versam, ein Erlebnis das auch heute noch nicht empfehlenswert ist für Leute mit Höhenangst.

During the last few days, I was hiking on old and new trails. I was only limited by the fresh snow that made all the trail without a hard surface very slippery. Thus the hiking in this steep terrain became more strenuous.

When I first came to Tenna about thirty years ago, the valley was served by a mostly single-lane gravel road. From the main road, an access road connected the village of Tenna. On a distance of just over two kilometres (1.4 mi) it gained 400 meters (1200 ft) in elevation. Today, most of the main road and the access road to Tenna are build to modern-day standards. Nonetheless, as the following video shows, the ride is still reminiscent of a roller coaster ride and not for the faint of heart.

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Ankunft – Arrival #5

Meine stille Zeit im Kloster ist nun vorbei. So bin ich am Wochenende aufgebrochen von Rapperswil. Nun bin ich nach einer kurzen Reise wieder dort angekommen, wo ich vor 28 Jahren auch schon einen Neustart gewagt hatte: Das Dorf Tenna im Safiental. Auf meinem Weg hierher, beim Aufstieg aus der Rheinschlucht, hatte ich die Gelegenheit den seltenen Frauenschuh blühend zu sehen.

The quiet time in the monastery is over for me. I left the friary in Rapperswil on the weekend. After a short trip, I arrived in the same place I arrived about 27 years ago to make a new beginning: the village of Tenna in the Safien valley of Switzerland. On my way up from the Rhine Gorge, I had the opportunity to spot the rare lady´s slipper orchid in full bloom.

 

Cypripedium calceolus - Gelber Frauenschuh - Lady Slipper
Cypripedium calceolus – Gelber Frauenschuh – Lady Slipper

“Der Frauenschuh (Cypripedium calceolus) ist eine der eindrücklichsten einheimischen Orchideen. Die Blüte verströmt einen leichten aprikosenähnlichen Geruch. Sie gehört zu den sogenannten Kesselfallen. Angelockte Insekten – vor allem Erdbienen – rutschen in die pantoffelförmige Unterlippe und versuchen, über eine durch lichtdurchlässige Stellen der Pantoffelwand beleuchtete Haartreppe ins Freie zu glangen. Dabei streifen sie die Staubbeutel und beschmieren sich Kopf und Rücken mit der wächsernen Pollenmasse. Beim Besuch der nächsten Blüten – und einem neuerlichen “Reinfall” – streifen sie den Pollen beim Entkommen an der klebrigen Narbe ab. Dass diese edelste der einheimischen Orchideen strengsten Schutz braucht, wird sofort verständlich, wenn man weiss, dass sie erst nach 16 Jahren erstmalig blüht und ausserdem jahrelang auf die Symbiose mit einem Bodenpilz angewiesen ist.
An den locker bewaldeten, halbschattigen Hängen zur Rheinschlucht hin gefällt es dem Frauenschuh offenbar gut.”

Text: Martin Koradi (http://www.phytotherapie-seminare.ch)

Doch heute erwachte ich in einer ganz anderen Welt: – But today, it is a different world:

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Ein Alphorn im Kloster

Image 5(photo credit: Kapuzinerkloster Rapperswil)

“Ein Alphorn im Kapuzinerkloster?

Heimatliche Alphornklänge lassen die Klostermauern erzittern? Ist das der neue Kapuzinerstil, um die Brüder zum Gebet zu rufen? Nein, Othmar Arnold, gegenwärtig Langzeitgast im Kloster zum Mitleben, hat andere Gründe das Alphorn zu spielen. Einerseits ist die Menzingerschwester Ursula Raschle für vier Tage ins Kloster gekommen. Sie räumt gegenwärtig ihr neues Zimmer im Kapuzinerkloster ein. Ab dem 30. Mai wird sie definitiv zur Rapperswiler Klostergemeinschaft gehören und hier wirken. Vorher will sie sich jedoch noch etwas auf den Pilgerweg nach Santiago di Compostela begeben.
Für den Kapuziner Nikodem Röösli heisst es nun definitiv Abschied zu nehmen. Der Einsiedler und Spiritual vom Gubel hat bisher juristisch zum Kloster Rapperswil gehört. Neu gehört er zum Kapuzinerkloster in Schwyz und wird später seine Klause in Rigi Klösterli bewohnen. Der dritte und letzte Grund ist der Namenstag vom Kapuziner Erwin Benz. Er arbeitet im Sonnenberg in Baar, einem heilpädagogischen Schul- und Beratungszentrum, und gehört auch zu der Rapperswiler Brüderschar. Darum, lieber Othmar, nur weiter so – die Geschwister am Endingerhorn haben zu feiern!”

(Von der Klosterwebsite: http://www.klosterrapperswil.ch

Colourful Planet Earth – Farbige Erde

 

Mother Earth at her most colourful. These pictures were taken on the island of Mauritius (Chamarel, Black River District), where basalt outcrops with varied mineralizations weather into motherly and colourful images.
Mutter Erde von ihrer farbigsten Seite. Diese Bilder entstanden auf der Insel Mauritius (Chamarel, Rivière Noire Distrikt) wo Basaltfelsen mit verschiedensten Mineraleinschlüssen verwittern und sowohl die mütterlichen, wie auch die farbigen Seiten unseres Planeten zeigen.

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Toleranz – Tolerance

Das Verehren des Göttlichen: in verschiedenen Kulturformen und friedlichem Mit- und Nebeneinander - Worshiping the Divine: A variety of cultural forms working peacefully together side-by-side.
Das Verehren des Göttlichen: in verschiedenen Kulturformen und friedlichem Mit- und Nebeneinander – Worshiping the Divine: A variety of cultural forms working peacefully together side-by-side.

An English translation follows below.

Ökumene und interreligiöser Dialog in Bild und Taten. Das Bild stammt von der Insel Mauritius, weit weg von den Luxusstrandhotels und Vergnügungspalästen für europäische Touristen. Auf einem meiner Fussmärsche durch das Innere der Insel, erst durch die grossen Zuckerrohrfelder, dann entlang der eingezäunten Jagdreservate, und endlich durch die tropischen Wälder stiess ich auf dieser Stelle mit drei Schreinen: Continue reading “Toleranz – Tolerance”

Mein Gott, warum hast du mich verlassen? – My God, why have you forsaken me?

Here a few thoughts on Good Friday, inspired by the bible verses in Mark 15:34 – Einige Gedanken zum Karfreitag, inspiriert von den Bibelworten im Markusevangelium (15:34)

Chad2

These children are the children of God in today´s world. They are bearing the cross for us who enjoy the privileges and the security of an affluent life. They are only a few months old, with the facial expressions of an old person facing death. They look us straight in the eyes with little or no energy to show the slightest emotion. But I can clearly hear their question:

“Why have you forsaken me?”

This is a question that touches me directly and encourages me to fight for more social justice, in my immediate surroundings as well as on a global scale, that mandates me to act for the well-being of all humans and the creation, and that is not simply of interest in a ancient religious text that can be interpreted in a spiritual context. Back then, Jesus was nailed to the cross – these children die with the same innocence in front of our eyes. Therefore, it is very important for me to always recognize the divine in every human being I have the honour to meet on my journey through life.

The suffering of the children of God is unnecessary and avoidable. Death shall be the rounding off of a fulfilled life. This week, I was able to cry a few times in remembrance of my contribution towards easing the suffering; a commitment I need to renew on a daily basis.

Chad1

Diese Kinder sind die Kinder Gottes von heute. Sie tragen das Kreuz für uns, die wir alle Privilegien und Sicherheiten einer wohlhabenden Gesellschaft geniessen können. Sie sind einige Monate alt und tragen die Gesichtsausdrücke eines Greisen der kurz vor dem Tod steht. Sie sehen uns direkt in die Augen ohne auch noch die Kraft zu haben das geringste Gefühl auszudrücken. Aber ich kann ganz klar die Frage hören:

“Warum hast du mich verlassen?”

Dies ist eine Frage die mich direkt betrifft und mich anspornt mich zu wehren für mehr soziale Gerechtigkeit, im Kleinen wie auch in Grossen,die mich beauftragt mich einzusetzen für das Wohl aller Menschen und die Schöpfung, die nicht nur in einem alten religiösen Text steht und rhetorisch-spirituel interpretiert werden soll. Jesus hing damals am Kreuz – diese Kinder sterben heute genau so unschuldig vor unseren Augen. Ich finde es für mich immer wieder wichtig, das Göttliche in jedem Menschen zu erkennen dem ich begegnen darf auf meiner Reise durchs Leben.

Das Leiden der Kinder Gottes ist unnötig und vermeidbar. Der Tod soll ihr Leben abrunden nach einem erfüllten Leben. Diese Woche konnte ich einige Male weinen in Erinnerung an meinen Betrag, den ich jeden Tag neu leisten muss, um diese Leiden zu verringern.

(Photo credits: Brian D´Cruz)

The medical emergency interventions through Doctors without Borders/MSF were giving one of the pictured infants a second chance in life. For the other one returned to God prematurely. الله يرحمه ويدخله فسيح جناته (May God have mercy on him and make him enter His vastest paradise). – Die medizinische Nothilfe durch Ärzte ohne Grenzen/MSF hat einem der abgebildeten Kinder eine zweite Chance im Leben ermöglicht. Das andere ist vorzeitig zum Schöpfer zurück gekehrt. الله يرحمه ويدخله فسيح جناته  (Möge Gott ihm Gnade zeigen und in Sein Himmelreich einziehen lassen).

For more information on my encounter with the pictured children, see the following blog entries: – Für weitergehende Informationen über die Umstände meiner Begegnungen mit den abgebildeten Kindern, kannst du die folgenden Beiträge lesen:

With MSF in Chad

Hope on the Horizon and Hope on the Horizon (the movie)

Feast Day of Service and Community: Maundy Thursday – Gründonnerstag

"The Last Supper - Abendmahl". Painting in the rural chapel of Helshoven in Belgium by an unknown painter of Flemish school (16th century). Gemälde eines unbekannten Malers aus einer flämischen Schule (16.  Jh)
“The Last Supper – Abendmahl”. Painting in the rural chapel of Helshoven in Belgium by an unknown painter of a Flemish school (16th century). Gemälde eines unbekannten Malers aus einer flämischen Schule in der Kapelle eines ehemaligen Johanitterspitals in Helshoven, Belgien (16. Jh)

During meditation this morning, it occurred to me that Maundy Thursday is the day during the lenten season and the holy week that embodies the calling of my life: To be of compassionate service and to live in community. Maundy Thursday is the day of the biblical last supper and the foot-washing ceremony, two strong symbols for community and service.

I took the above picture during my journey on foot through Belgium. In the following article, you can read how I came across this painting that is not quite a Rubens, but nonetheless left a strong impression with me. En route –  from Brustem to Tongeren (Belgium) , with more pictures here: Brustem to Tongeren (the pictures)

Während der heutigen Morgenmeditation wurde mir klar, dass der Gründonnerstag der Tag ist während der Fastenzeit und Karwoche, der meine Berufung im Leben am besten verkörpert: Im Dienste des Nächsten und gemeinschaftlich Leben. Am Gründonnerstag wird in der christlichen Tradition das letzte Abendmahl und die Fusswaschungszeremonie gefeiert. Das sind zwei starke Symbole für Dienst am Nächsten und Gemeinschaft.

Das obige Bild habe ich unterwegs durch Flandern in einer kleinen Kapelle geknipst. Im folgenden Beitrag kannst du mehr erfahren über die Reise die mich zu diesem Bild führte, das zwar kein Rubens ist, aber doch einen starken Eindruck bei mir hinterlassen hat. En route –  von Brustem nach Tongeren (Belgien) mit mehr Bildern von unterwegs: Brustem nach Tongeren (die Bilder)

The Last Supper celebration at the Capuchin friary in Rapperswil. Das Abendmahlsfest in der Kapuzinerkirche in Rapperswil
The Last Supper celebration set-up at the Capuchin friary in Rapperswil. – Der Tisch ist gedeckt für die Abendmahlsfeier in der Kapuzinerkirche in Rapperswil
Inviting the community to the table! - Die Gemeinde an den gemeinsamen Tisch einladen!
Inviting the community to the table! – Die Gemeinde an den gemeinsamen Tisch einladen!

Enjoying the wealth – Das Geniessen von Wohlstand

Allium ursinum (Bärlauch; Wild Garlic) in the monastery garden at Rapperswil. This unassuming green is a welcomed addition to the early spring diet, providing a source of enjoyment and well-being for those who set out to harvest it.
Allium ursinum (Bärlauch; Wild Garlic) in the monastery garden at Rapperswil. This unassuming green is a welcomed addition to the early spring diet, providing a source of enjoyment and well-being for those who set out to harvest it.

Die deutsche Übersetzung folgt weiter unten.

Let us celebrate the beginning of spring, the season of fresh greens and hope. The thoughts on wealth were inspired by a comment on the story of the ascetic in the palace.

Celia shared her thoughts to the story: “People with wealth often feel guilty about being wealthy because there are so many in this world who live in poverty. Therefore, they cannot enjoy the wealth that they have because of those who have not. But what Love says is this: Enjoy it but do not be attached to it. We are invited to indulge in the luxuries that life has to offer but we need to remember that it does not really belong to us and therefore, we must be prepared to walk away from it, give it away and/or let it go at any time.”

There is much truth in her observations. The ascetic in the story never made any judgement on the wealth of the powerful. Nonetheless, I am very reluctant to endorse the enjoyment of wealth in such universal terms. Continue reading “Enjoying the wealth – Das Geniessen von Wohlstand”

Hope on the horizon – the movie (+de)

Hope on the horizon: The short experimental film Healing in Babalmé has been officially selected for screening at the Dawson City International Short Film Festival 2013.

DCISFFlogo

Healing in Babalmé – A story of hope from a marginalized place tells the story of a humanitarian worker’s lived experiences during a malnutrition crisis in Chad, where a pastoralist community on the edge of the Sahara desert mobilizes its own resources to overcome effects of marginalization. This short experimental documentary is a witness to the power of supportive non-intervention and true community development.

für eine deutsche Übersetzung klicke hier: Hoffnung in Babalmé
I am pleased to announce, that my creative spirits have persisted, thanks to the encouragement of Celia and others, to revise and re-edit the animated audio-visual presentation based on my experiences in Chad. I still feel blessed that I have been able to witness the events that inspired me to write the story. They are still a source of hope for me. The events illustrate for me that there is “that of God in everyone”: People with nothing can make a difference if we don’t crush their individual and collective agency with might and paternalistic intentions.

The 2013 Dawson City International Short Film Festival will be another venue to share the message of hope with a wider audience.

You can enjoy the preview in this YouTube version anytime by clicking the arrow button:

Dedicated to the people of Babalmé and the North Kanem/Chad Continue reading “Hope on the horizon – the movie (+de)”

A new life – first news from behind the walls

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(Deutscher Text folgt weiter unten)

Working in the garden, I had a chance encounter with a school group. I helped to collect waste on the steep slope between the friary and the old city walls of Rapperswil. People who spend time on the other side of the wall to relax (and sometimes to sing beautifully and to play the guitar) dispose some stuff carelessly. We also cut shrubs and bushes to limit the extent of the wilderness in the small space between the monastery and the city.

I just wanted to drag an armful of branches and shrubs through the gate of the monastery when I first met the group of students. Continue reading “A new life – first news from behind the walls”

Random Act of Kindness #9

Suechätzi öppis?

This was the simple question posed by a young woman that touched me so much after walking all day – all week. I was about to continue my walk in the diminishing daylight towards my chosen destination. I stood on a busy square in front of a lamppost with a collection of directional trail markers, some for hiking trails, some for bicycle trails. As I was contemplating the most appropriate route from Brunnen to Schwyz, considering that I no longer desired to take the scenic one, but rather the most efficient way, a stranger approached me and asked a simple question:

Suechätzi öppis?

“Are you looking for something?” in the local dialect. Of course, I was looking for something. My entire journey is part of ‘looking for something’; but at the moment, I was discerning a very simple question. So, I put that question out to the stranger in front of me. And I accepted her answer without questioning because I knew that this random act of kindness was not random at all, it was a form of guidance that was presented to me. Needless to say that I got to the hostel without delay. Wegweiser

Suechätzi öppis?

Das war die simple Frage die eine junge Frau mir stellte und die mich im Moment, nach einem anstrengenden Wandertag so sehr berührte. Ich wollte meine Wanderung in der einbrechenden Dunkelheit Richtung des gewählten Zielortes fortsetzen.Ich stand auf einem verkehrsreichen Platz vor einer Strassenlampe an der verschiedenste Wegweiser für Wander- und Fahrradwege angebracht waren. Ich war mir am Überlegen auf welchem Weg ich wohl am besten von Brunnen nach Schwyz gelangen würde. Ich suchte ja nicht mehr die Route mit den Sehenswürdigkeiten, ich wollte einfach auf schnellstem Weg zum Ziel. So kam es dass eine Fremde mich unverhofft ansprach mit der einfachen Frage:

Suechätzi öppis?

“Suchen Sie etwas?”, im einheimischen Dialekt. Natürlich bin ich auf der Suche. Bei meiner ganzen Reise geht es ja darum, dass ich etwas suche. Doch in jenem Moment wollte ich ja nur eine unkomplizierte Frage entscheiden. Also, stellte ich die Frage an die mir völlig Unbekannte die vor mir stand. Und ich akzeptierte ihre Antwort ohne zu hinterfragen weil ich wusste dass diese zufällige Güte überhaupt nicht zufällig war: Es war eine Form von Vorsehung oder Führung die mir zukam. Natürlich muss ich gar nicht erst erwähnen, dass ich danach die Herberge ohne Verzögerung aufgefunden habe.

Random Act of Kindness #8

Random Act of Kindness #7

Random Act of Kindness #6

Random Act of Kindness #5

Random Act of Kindness #4

Random Act of Kindness #3

Random Act of Kindness #2

Random Act of Kindness #1

En route – von Luzern nach Schwyz

English translation below – pictures will be posted soon

Ein langer Tag. Das erste Mal, dass ich erst nach dem Einnachten im Zielort angekommen bin. Das hat nicht so sehr mit der Wegstrecke zu tun, als vielmehr mit dem Wasser, das Teil des Weges bildete. Ich musste in Treib auf das Schiff warten, das mich nach Brunnen brachte. Es sind ja nur einige Hundert Meter Distanz, aber der Vierwaldstättersee ist arg tief und das Wasser zu kalt um zu schwimmen. Nein, an der Badehose hätte es wirklich nicht gefehlt – die ist im Gepäck.

Der Weg führte mich zum grössten Teil dem Ufer des Vierwaldstättersees entlang. Die erste Hälfte der Tagesetappe war sehr zivilisiert. Es gab kaum Schnee auf den Strassen und Feldwegen, und die Autobahn war immer in Hörweite. Nach einem Mittagsrast in Beckenried wurde die Besiedelung weniger dicht und bald schon tauchte ich in den Wald ein der sich steil vom Seeufer in die Berge hochzog. In diesen Gefilden hat sich der Schnee auch viel besser gehalten. Schon bald merkte ich den Widerstand an den Sohlen. Das sachte Einsinken braucht wesentlich mehr Antriebsenergie als das Wandern auf festem Grund.

Der schmale Weg  zwischen dem Seeufer und dem Steilhang erinnerte mich an den Klondike: Da gab es viele Überreste von massiven Steinbrüchen, mit künstlichen Hafenanlagen und Schiffsverladestellen, altem Gerät das eingewuchert ist. Dann kam ich zu einem imposanten Wasserfall der in steter Arbeit sich in den harten Felsen eingekerbt hat. Gleich hinter dem Wasserfall find der Weg an zu steigen – 300 Höhenmeter in der Falllinie. Continue reading “En route – von Luzern nach Schwyz”

En route – melancholic morning blues

photo credit: Wohlgeraten Tagebuch (blog.wohlgeraten.de)

(English translation below)
Heute bin ich in einer ganz melancholischen Stimmung aufgewacht. Plötzlich fehlte mir ein Ort wo ich mich zu Hause fühle. Ein Ort wo ich mein Waschlappen und Handtuch an einem bestimmten Haken aufhänge und da hängen lassen kann bis zum nächsten Gebrauch. Ein Ort wo ich selber Essen zubereite, das Geschirr wasche, und aufräumen darf.
Es ist ja nicht so dass irgendetwas fehlen würde. Übernachten in der Jugendherberge ist sehr bequem. Auch meine Zimmernachbarn sind sehr rücksichtsvoll, keiner schnarcht. Da heisst ich kann relativ gut schlafen. Das Frühstücksbuffet ist reichlich und entspricht meinen Essgewohnheiten.
Aber, es fehlt schon nur das Ritual vom Kaffee machen am Morgen. Ich bin mir schon lange bewusst wie wichtig für mich die Gewohnheit ist nach dem Aufstehen hin zu gehen zum Kochherd, den italienschen Espresso Macher zu füllen und zusammen zu schrauben, und dann zu warten auf das erlösende Geräusch, das unvergleichliche Rauschen das für mich so etwas bedeutet wie „auf geht´s – ein neuer Tag wartet auf mich!”

Noch wartet der Tag auf mich. Continue reading “En route – melancholic morning blues”

Aufbruch – Departures #4

Ein treuer Wegbegleiter im Entlebuch - A forest spirit manifesting itself in the Entlebuch valley.
Ein treuer Wegbegleiter im Entlebuch – A forest spirit manifesting itself in the Entlebuch valley and watching over the trail.

After a full week of sharing life with the Sunnehuegel community, it was time for me to break camp and to start breaking trail again. After a hearty breakfast, I left in subzero temperatures with overcast skies. The last days, the sun tried to break through the clouds and the fog, but today grey was the main colour hue in the landscape of the Entlebuch.

I followed the hiking trail along the Little Emme River. In the vicinity of the towns, there were recent footprints in the snow. On the more remote sections, I followed the animal tracks, mostly fox and some deer. There were a few raptors perched in the trees along the river. It was quiet and peaceful. The river is following its course through the narrows and the wider sections with riparian habitats, surrounded by rocky outcrops that are decorated with curtains of icicles.

I need that distance and solitude in order to start processing the impressions gained during the previous week. The former monastery is a solid shell, a firm framework for community life. It becomes palpable very quickly, how these walls, the architecture separates the wider world from the more insular world of the Sunnehuegel community. Continue reading “Aufbruch – Departures #4”